Das 4. internationale literaturfestival odessa (ilo) fand vom 25. bis 29. September 2018 statt. Erklärtes Ziel des Festivals ist es, literarische und kulturelle Brücken zu europäischen und außereuropäischen Regionen zu stärken und die kulturelle Bedeutung Odessas herauszustellen. Schon durch die ausführliche Berichterstattung und deutschsprachigen Medien wie der FAZ, dem Tagesspiegel, dem Deutschlandfunk und in diesem Jahr durch arte sind wichtige Schritte hierfür durch das ilo gemacht worden. In 48 Veranstaltungen, darunter Lesungen, Vorträge und Diskussionen mit ca. 2.700 Besucher*innen wurden 40 Autor*innen aus 13 Ländern präsentiert, darunter Wolf und Pamela Biermann (Deutschland), Ljubko Deresh (Ukraine), Vera Pavlova (Russland), Anushka Ravishankar (Indien), Meg Rosoff (USA/ UK), Samuel Shimon (Irak/ UK), Bette Westera (Niederlande), Viktor Jerofejew (Russland), Serhiy Zhadan (Ukraine) und Stefan Zweifel (Schweiz).

Eröffnet wurde das 4. internationale literaturfestival odessa am 26. September im Grünen Saal des Hauses der Wissenschaftler mit einer Rede der renommierten ukrainischen Autorin Oksana Zabushko. In dieser betonte sie die Bedeutung Odessas für die internationale Literatur, was nicht zuletzt durch das Festival erfahrbar würde. Sie unterstrich die Weltoffenheit der Hafenstadt, die einen “idealen Nährboden für Literatur bietet”. Die Lesungen des Abendprogramms fanden im Literaturmuseum und im Terminal 42 statt. Viktor Jerofejew präsentierte beispielsweise im Terminal 42 sein neues Buch „Die Spalt“. Das im Vorjahr erprobte Konzept der Tandem-Lesungen, in welchen weniger bekannte ausländische Autor*innen gemeinsam mit bekannten ukrainischen Autor*innen auftreten, wurde fortgesetzt. Die Reihe „Erinnerung, sprich!“ widmete sich 2018 im Rahmen von Vorträgen den Autoren Joseph Roth und Simon Frug. Zu den Höhepunkten des Festivals zählte ein Konzert des ukrainischen Schriftstellers und Musikers Serhiy Zhadan und seiner Band „Zhadan I Sobaky“ auf der Potemkin-Treppe am 25. September – ein besonderes Ereignis, da die Stadt gewöhnlich keine Veranstaltungen an diesem Ort genehmigt.

Auch beim 4. ilo bildete die internationale Kinder- und Jugendliteratur einen besonderen Schwerpunkt: Die Lesungen im Puppentheater der Stadt und in Schulen brachten Schüler*innen in Kontakt mit den Jugendbuchautor*innen Bette Westera, Volodymyr Rutkivskyi, Anushka Ravishankar, Oleksand Dermaskiy und Yuriy Bedryk.

Das 4. ilo stieß beim Publikum in Odessa auf positive Resonanz. Ukrainische Medien berichteten ausführlich über das Festival, einige mit mehreren Beiträgen. Auch die Resonanz auf Facebook war erfreulich.

Das ilo kooperierte mit kulturellen und zivilgesellschaftlichen Institutionen in Odessa und der Ukraine, u.a. mit dem Literaturmuseum Odessa, der Metschnikow-Universität Odessa, dem Puppentheater Odessa, dem Weltclub der Odessiten, dem Terminal42, dem Haus der Wissenschafter, mit Schulen und dem städtischen Bildungs- und das Kulturamt. Der Kreis der Kooperationspartner wurde auch um die Organisatoren des Isaak-Babel-Preises (Preis für russischsprachige Literatur) erweitert, dessen Gewinner Volodymyr Kadenko erstmalig Gast des ilo war. Der Preis wird seit 2017 vergeben.

Die „Zukunft von Odessa“ war 2017 ein Thema des Festivals. Es ging hier vor allem um die Stadtplanung Odessas. Dieses Programm wird 2019 fortgesetzt. Saskia von Stein, Direktorin von Bureau Europa, einer Plattform für Architektur und Design in Maastricht, bereitete diese Gespräche mit Stadtplaner*innen schon während des ilo 2018 vor – u.a. mit Valeriy Urenov, Leiter der Akademie für Kunst und Architektur, Michail Shaydenko, Leiter des Amts für Architektur und Städtebau der Stadt Odessa, Daria Kushnir und Aleksander Slavsky von Impact Hub Odessa, und Nana Goldenberg, Projektleiterin von 4Citylab.

Die Organisatoren bedanken sich beim Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland und der Jan Michalski Stiftung für die anhaltende Unterstützung.

Новини про 4-й міжнародний літературний фестиваль в Одесі:

“СУБ_КУЛЬТ” з Оксаною Забужко. Випуск від 06.10.2018 Понеділок, 08 жовтня 2018, 17:01

Про Міжнародний Літературний Фестиваль в Одесі, про Одесу, як місто палімпсест та про те, чому роман «Польові дослідження з українського сексу» став маніфестом жінок в пострадянській Україні та за її межами. Вступна промова Оксани Забужко на IV Міжнародному літературному фестивалі в Одесі.

 

Official website of the city Odesa

Завершился международный литературный фестиваль в Одессе (02-10-2018)

Redaktsia Odessa

 

ARTE Journal on ILO 4

https://bit.ly/2p2OEOI

Odessa News

Международный литературный фестиваль в Одессе

Первый городской, Интервью дня: 24.09.2018

Максим Мельник та Ганс Рупрехт

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Новини про 3-й міжнародний літературний фестиваль в Одесі:

 

 

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“Звичайно, більшість зустрічей стосувалися літератури і представлення іноземної літератури в Україні. Що цікаво – й самі одесити були цим вражені – скільки їх приходило на літературні зустрічі! Ніхто цього не очікував. А одним з найцікавіших, на мою думку, був діалог Сергія Жадана і Михайла Шишкіна, що стосувався і сучасної Росії, й сучасної України. На фестивалі, звичайно, йшлося про можливість діалогу під час конфлікту й таке інше. Бо суто літературним форум під час війни не може бути апріорі.”
Валентина Пащенко iнтерв’ю з Андрієм Курковим // Укрiнформ //12.10.2015

“Das Literaturfestival eröffnete hinter der Logik der aktuellen Ereignisse einen Raum der Reflexion, der Träume, Denkhorizonte und Wünsche. Brecht hat einmal gesagt, die größte Kunst sei es, das Schwere leicht zu machen. Ein Zauber, der dem Festival in vielen Lesungen und Diskussionen gelungen ist. Und vielleicht hat das ja auch etwas mit Odessa zu tun, einer Stadt, die Michail Schischkin zufolge zum Hoffnungsträger geworden ist.”
Von Christine Hamel // Radio Bayern 2 //11.10.2015

“In its most beautiful moments the festival was a celebration where everyone, literary figures and visitors alike, forgot the fratricidal war and fragmentation of this region, the bloody trail of destruction. Odessa, a harbor town on the Black Sea, a place of longing for Pushkin, Chekhov, Bunin, was once again transformed into a cultural center. The festival was cosmopolitan and parochial. Many traveled from afar: the essayist Eliot Weinberger from New York, John Ralston Saul from Canada, from Zurich Lukas Bärfuss and Ilma Rakusa, and from Istanbul Sema Kaygusuz. They were surrounded by the Odessan authors, who left out no reading or discussion, and who also helped with the organization of the festival, on their feet from morning to night.”
By Barbara Lehmann // Neue Zürcher Zeitung // 9.10.2015

 


Моня Рiкун // hromadske.tv // 9.10.2015

 

“ODESSA, the International Literature Festival, organized by Berlin cultural manager Ulrich Schreiber and his Swiss colleague Hans Ruprecht – with support from Germany’s Foreign Office – was held for the first time in Odessa last October and is set to change Ukraine. The four days of readings and discussions, at the Black Sea port once eulogized by Alexander Pushkin for its international flair, included two dozen authors from all over the world; the event brought the country to Europe, and pleasure to the spruced-up television announcer, who, with his Odessan tongue firmly planted in his cheek, greeted Schreiber and Ruprecht as the “mafiosi of the literature festival.”
By Kerstin Holm // Frankfurter Allgemeine Zeitung // 8.10.2015

“Міжнародний фест в Одесі розширив для України кордони літературного світу, дав змогу познайомитися ближче з відомими авторами та відкрити для себе нових письменників.”
Дар’я Дяденко // День. Kiyv.ua // 7.10.2015

“Организаторы плотно расписали четыре литературных дня в Одессе. Литераторы зачитывали свои произведения, гости фестиваля делились впечатлениями, на литературных дискуссиях яблоку негде было упасть – ценители прекрасного устраивались поудобнее просто на полу, так как мест не хватало.”
// 048.ua // 5.10.2015

“Wir haben die gleiche Vergangenheit, wir sprechen die gleiche Sprache. Und wenn die Russen in Russland sehen, dass die Russen hier, in Odessa, in der Ukraine es geschafft haben mit den demokratischen Umwälzungen, dann wird das ein Zeichen für die Bevölkerung in Russland sein. Hier gibt es so viele Leute, die von der Maidan-Bewegung erwartet haben, dass jetzt die Ukraine der Welt angehören wird. Und wir als Intellektuelle und als Autoren, wir können dieses Zeichen setzen, das Zeichen der Solidarität. Schauen Sie, wir die Autoren aus der ganzen Welt, wir kommen nach Odessa! Ihr gehört zu uns, zur Weltkultur!” Der überfüllte Veranstaltungssaal im prunkvollen Literaturmuseum in Odessa scheint Shishkins These zu belegen.”
Von Cornelius Wüllenkemper // Deutschlandfunk // 4.10.2015

 


Ульрих Шрайбер и Андрей Курков // третий цифровой // 2.10.2015

 

«Я увидел здесь очень много людей. Для меня это было абсолютным сюрпризом. Я вспоминаю свой первый фестиваль в Берлине. И там не было так много школьников, был пустой зал. Когда я сравниваю с сегодняшним мероприятием, я очень удивлён и рад».
Ульрих Шрайбер в интервью // 7 телеканал // 1.10.2015

“Von einem Literaturfestival in Krisenzeiten könnten keine Wunder erwartet werden, sagt Ilma Rakusa. «Hier ergeben sich aber Verständigungsmöglichkeiten jenseits politischer Diskurse, Fronten und Vorurteile. Literatur denkt nicht in Schwarz-Weiss-Kategorien oder Freund-Feind-Bildern, zumindest wenn es sich um gute Literatur handelt.»”
Von Alexander Sury // Der Bund // 16.08.2015

“Von der Wichtigkeit trotz oder gerade wegen der Krise sind die Schriftstellerinnen und Schriftsteller überzeugt: «Für die Menschen in Odessa hat eine solche Veranstaltung eine grosse symbolische Bedeutung, vielleicht genauso wichtig fürs Überleben, wie Gaslieferungen im Winter», sagt etwa Michail Schischkin. Und Ilma Rakusa, die Schweizer Autorin mit slowenisch‐ungarischen Wurzeln, mailt: «Gerade in Krisenzeiten ist der literarische und kulturelle Dialog ausserordentlich wichtig. Hier ergeben sich Verständigungsmöglichkeiten jenseits politischer Diskurse und Fronten. Gute Literatur denkt nicht in Freund‐Feind‐Bildern.» Die wirtschaftliche Situation des Landes sei prekär, das treffe auch Odessa. «Doch vielleicht gelingt es dem Literaturfestival, eine Leuchtturmfunktion zu erfüllen, fürs erste.»”
Von Babina Cathomen // Schweiz am Sonntag // 27.07.2015


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